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Inhalt:

07.07.2007 Bericht über den 1. Hemsbacher "Flitter-Marathon" (Manfred Krämer)

11.06.2006 Bericht über den Eifel-Marathon (FNW)

21.05.2006 Bericht über den Schönbuch-Marathon (FNW)

02.04.2006 Bericht über den Weinstraßen-Marathon (Martin)

16.10.2005 Bericht HP Lauftreff Hemsbach von Daniel zum Hachenburger Löwenmarathon 2005

08.05.2005 Zeitung über Streakrunner

20.04.2005 E-Mail an Streakrunner.de

Viel Spass beim Lesen des Berichtes von Marathonläufer und Krimiautor (z. B. "Tod im Saukopftunnel" Manfred Krämer über unseren Waldmarathon:

 

1. Hemsbacher Waldmarathon 07.07.2007

Der Flitter-Marathon

Das in einer Marathonausschreibung Punkte wie Verpflegung, Streckenprofil, Anmeldung und Starterliste vorkommen ist gängige Praxis. Der LT-Hemsbach/Bergstraße hat allerdings noch eine „kleine“ Novität ins Programm genommen: „Heiraten“ steht da ganz selbstbewusst am Schluss der Auflistung. Als wäre es das normalste auf der Welt, bietet der 1. Hemsbacher Waldmarathon bis zu drei Paaren die Möglichkeit, unmittelbar vor dem Marathonstart, mal eben zu heiraten. Das wäre dann wohl die wortwörtlichste Umsetzung für den Lauf des Lebens.

Robert Feller hat sich elf Jahre lang vor der kirchlichen Trauung gedrückt. Frei nach der Redensart, „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann muss der Berg eben zum Propheten kommen“.

07.07.2007: der Berg kam! In Gestalt des evangelischen Pfarrers und Streakrunners Fritz Norbert Wenzler, der gleich eine ganze mobile Kirche samt Altarkerzen, Blumenschmuck und digitalem Glockengeläut mitbrachte. Bei strahlendem Sonnenschein traute er Andrea und Robert Feller im Kreise der über 160 Läuferinnen und Läufer auf einer Wiese unmittelbar neben der Förster Braun Hütte, dem Start- und Zielpunkt des Marathons. Stilvoll in (Funktions)-Brautkleid, Weste und Zylinder über sportlichem Outfit gaben sich die nun auch mit Gottes Segen bedachten Eheleute ein Läuferjawort samt romantischem Startnummerntausch. Anschließend ging es dann auch gleich auf die Strecke, allerdings ohne die ansonsten gern verwendeten Anhängsel aus Blechbüchsen.

Sonntag, 11.06.2006 - Tag des Eifel-Marathon

Um 7.00 Uhr nach einer guten Nacht im Zelt aufgestanden, Frühstück, Morgentoilette, alles richten für den Lauf. Gegen 8.15 Uhr mit dem MTB zum Startgelände gefahren, MTB angeschlossen, fleißig Apfelsaftschorle getrunken und pinkelnderweise wieder von mir gegeben. Schöne Gespräche mit Läuferinnen und Läufern (Das gemeinsame Rursee-Marathon-Shirt liefert den Einstieg). Pünktlich um 9.00 Uhr erfolgte der Start, dann lief es zügig an: durch das Städtchen hoch, auf der Straße bis zu "unserem" Campingplatz bei der Heilhauser Mühle, auf dem Radweg - eine ehemalige Bahntrasse - wieder ins Städtchen, natürlich bis ganz runter. Die ersten 7 km haben wir schon mal und ich habe allmählich Betriebstemperatur erreicht. Dann weiter Straße: bergauf, bergab, eben, usw. Dann kommen in schöner Abwechslung Waldwege, Graswege, Schotterpisten steil bergab - da müssen wir später wieder hoch.


Es gab viele wunderschöne Abschnitte durch die Wälder und durch die Ortschaften, auch um den Bitburger Stausee war es sehr schön zu laufen. Polizisten, Ordner und Verpflegungsmenschen waren sehr freundlich und allesamt schwer auf Zack. Für die Hitze an diesem Tag gab es reichlich gut bestückte "Service-Stationen". Ein Teil der Strecke war jedoch - Bodenbeschaffenheit oder Steigungen oder beides - äußerst harte Kost, zumindest für meine Knie und Gelenke. An manchen Steigungen waren für alle Gehpausen angesagt. Nachdem ich vor drei Wochen einen ebenfalls profilierten Marathon in 3:22 h gelaufen war und heute 4:02:13 h brauchte, gibt es über die Härte des Eifel-Marathon wohl keine Zweifel. Genüßlich-langsam-locker, wie ich das eigentlich vorhatte, war da gar nichts. Das Gelände forderte Einsatz, auch wenn es verhaltener Einsatz war. Vielleicht hätte ich mir ja doch mal die ausschreibung richtig durchlesen und das Höhenprofil anschauen sollen. Dennoch: schön war er wieder, der Marathon, spätestens im Ziel.

Und das haben sich die Veranstalter sehr gut ausgedacht: Die letzten 2 km ging es nur noch bergab. Das gab einem die Möglichkeit, geradezu lächelnd und entspannt ins Ziel zu rauschen. Dort gab es dann eine namentliche Begrüßung, viel Beifall, eine Medaille und eine Tasche mit Inhalt für alle Finisher. Nachdem ich unterwegs nur Wasser zu mir genommen hatte, wechselte ich nun über zu Malzbier und Banane: Lecker!


Margita, meine bessere Hälfte, war oberhalb von Waxweiler schon aufgetaucht, hat Bilder geschossen und war nach meinem Zieleinlauf auch schon mit dem Rad wieder da. Ein bißchen auslaufen und dehnen. Muss wohl sein. Mein MTB stand unbeschädigt und ungeklaut an Ort und Stelle, die Klamotten zum Wechseln gab es auch noch in der Gepäcktasche. Ich habe meinen obligatorischen (von Margita gekochten und mitgebrachten)Reisbrei mit Rosinen gegessen und dann fuhren wir mit den Rädern auf den Campingplatz. Nach einer heißen Dusche war ich wieder bereit zu neuen Taten: also aufs Rad und munter auf einer ehemaligen Bahntrasse pedaliert, später mit den Rädern noch einmal zur Halle. Leider hingen keine Ergebnislisten aus. Die Siegerehrung haben wir nur noch in den letzten Takten erlebt.

Später im Biergarten der Gaststätte des Campingplatz-Besitzers eingekehrt und ein kleines Weizenbierchen getrunken, "richtige" (0,5l) gab es nicht. Dann ein wenig ausgeruht und gelesen.

Wieder schön, der Schönbuch-Marathon (21.05.2006)
2003 lief ich ihn das erste Mal, den Schönbuch Marathon, und entdeckte damals im Startbereich Roland und Charly vom ETSV-Lauda, Läuferfreunde aus meiner Zeit im Taubertal. In diesem Jahr entdeckte ich kein einziges bekanntes Gesicht, den einen ETSV’ler, den ich in der Ergebnisliste entdeckte, kenne ich nicht aus meiner Zeit dort, aber schließlich sind ja auch knapp sieben Jahre nach unserem Umzug nach Laudenbach an der Bergstraße verflossen.
Meine Läuferfreunde vom LT Hemsbach, bei denen ich inzwischen Heimatrecht genieße, wollten zum Teil am Samstag (20.05.2006) in Mannheim laufen. Der Lauf wurde jedoch – wie wir auf der Heimfahrt in den Nachrichten hörten – wegen Unwetterwarnung abgesagt. Daher haben sich einige zusätzlich zu den anderen für den „Trollinger“ nachgemeldet und so war der Verein in stattlicher Zahl dort angetreten (9x MRT, 2x HM)
Langer Rede – kurzer Sinn: Ich war also der Einzige am Start des Schönbuch-Marathons der dort die Farben des LT Hemsbach vertrat. Das ich das entsprechend würdig tun würde (zumindest sub 4:00h) war Ehrensache, aber dass dabei sogar ein Platz „auf dem Treppchen“ herausspringen würde, das war nicht geplant.
Fest vorgenommen und immer wieder vorgesagt hatte ich mir: "Gemach, gemach! – Den Lauf locker und verhalten angehen! Ungefähr 9 km, gegen Schluss wird es noch einiges zu beißen geben!"
Die Tatsache, dass man bei einer Wendepunktstrecke da wo man vorher runter läuft nachher auch wieder hoch muss, war mir bekannt und aus 2003 noch in lebhafter Erinnerung, vor allem die 2 km „durch den Flecken“ – wie der Schwabe zu sagen pflegt – bis hoch zum Stadion, das hatte ich keineswegs vergessen.
Aber von jetzt an Mal der Reihe nach, damit eine Ordnung in die Sache reinkommt: Wir, meine Frau und ich, trafen kurz vor 8.00 Uhr in Leinfelden ein und fanden um diese Zeit sogar noch einen sporthallennahen Parkplatz. Das Nachmelden war ruck-zuck und freundlich in weniger als 2 Minuten geschehen: 25 Euronen Startgeld zuzüglich 3 ebensolcher als Nachmeldegebühr, da gibt es nichts zu meckern, obwohl es vor drei Jahre nur 16 waren – aber was wird heutzutage schon billiger?
Beim PKW haben sich nebst mir und einem weiteren komischen Heiligen noch drei in einem Auto angereiste Schwaben (kein Benz? – Ein Opel! Sonderbar!) marathonfein gemacht und unsere Lachmuskeln aufgewärmt. Die Sprüche der Drei - bei einem, einem Newcomer, wohl Galgenhumor – waren herzhaft und erfrischend und allein schon die Startgebühr wert.
Nach frieren, trinken und pinkeln wie die Weltmeister ging es pünktlich um 9.00 Uhr (endlich!) los. Wir, etwas über 300 Marathonis, durften zuerst, später waren dann die HM’ler und 10.000 Meter-Läufer am Start. Wir kamen einander in keinster Weise in die Quere. Das war alles gut organisiert und ausgedacht, da könnten manche was von lernen.
Nachdem wir einige Straßen Leinfeldens bergab durchzickt und durchzackt hatten (Da müssen wir später wieder hoch, noch weiter hoch sogar, bis zum Stadion nämlich!), kamen wir auf den Siebenmühlen-Radweg, eine frühere Bahntrasse, asphaltiert, durch den Wald führend, leicht bergab… Herrlich, wie munter das läuft. Dann die „Weiche“: HM-Strecke rechts auf dem Siebenmühlen-Radweg weiter, Marathon links, eine Rampe bergab, und dann hat uns schon ein Waldweg: geschottert, gut festgefahren, gut zu laufen: Das Aichtal. Es läuft sich auch noch immer gut, mal ein bisschen hoch, dann wieder runter. Irgendwann finden wir aus dem Wald, es folgt ein Stück Straße, wir kommen durch einen Ort, Neuenhaus, beinahe hätte ich mich verlaufen, was nicht an der Größe des Fleckens sondern an einer noch nicht ganz munteren „Fahnenwinkerdame“ lag. Glockengeläut an der evangelischen Kirche – aber heute bin ich ja mal nicht dran mit priestern – ich höre diskret weg und mach’ mir ein gutes Gewissen.
Nun folgen wir auf viele schöne Kilometer der Schaich: Wald im frischen Grün, grün-sattgelbe Hahnenfuß-Waldwiesen, Fußgänger die es gut mit uns meinen und uns aufmuntern, künstliche Seen, Rastplätze, Brünnlein, Bärlauch, der schon knobisatten Pizzaduft vorgaukelt... Bevor der Magen zu knurren beginnt oder das Ganze langweilig wird kommt auch schon der erste Läufer leicht und locker entgegengehüpft, ein junger Hüpfer mit super-elegantem Laufstil übrigens: "Schade, dass man schon so alt ist und wie Zatopek durch die Landschaft stampft!", denke ich, aber daran ist jetzt nichts mehr zu ändern, deshalb: Weiter wie gehabt und so gut es eben noch geht als M55er!
Dann kommt die Wendemarke mit Verpflegungsstelle, ich drücke die Stoppuhr für eine Zwischenzeit, aber das war falsch. Der 21. Kilometer kam erst später, ich ahne, das ist das Stück, das die nachher dranhängen bis wir uns durch Leinfelden ins Stadion hochgeschunden und durchs Stadion durchgewunden haben, damit das für 42,195 km paßt.
Auf dem Rückweg, begegne ich meinen drei Lachmuskel-Trainern von heute Morgen. Wir grüßen uns pfötchenpatschend und freuen uns, dass es uns alle noch gibt. Den letzten Läufer der mir entgegen kommt, den bedaure ich aufrichtig. Er hat noch entschieden mehr zu laufen heute als ich und sieht schon jetzt ziemlich angegriffen aus: Hoffentlich schafft er es.
Ich komme allmählich zum Schluß: Die Wiesen waren auf dem Rückweg immer noch genau so grün, die Hahnenfüße noch genau so gelb, die Menschen noch genau so freundlich wie auf dem Hinweg, und der Bärlauch noch genau so „knobig“ wie meist um diese Jahreszeit, aber allmählich wurde es nicht nur „schön“ warm wo keine Bäume waren, sondern auch noch ein bisschen „gegenwindig“ - und natürlich und vor allem anstrengender. Wo es vorhin hoch ging, ging es jetzt runter, das war ok so, aber wo es vorhin runter ging, ging es auf dem Rückweg hoch. Man weiß das alles zwar im Voraus schon, aber wenn es dann soweit ist, hätte man es doch gern anders, will sagen: bergab wär’s einem lieber.
Jetzt aber die Rampe hoch! - ich bin wieder auf dem Siebenmühlen-Radweg, der ja auch noch ein Bundeswanderweg ist (Was es nicht alles gibt in der Bundesrepublik?). Von nun an ging’s dann bergauf, natürlich nicht brutal bergauf, schließlich war das ja mal eine Dampflok-Bahntrasse, aber immer so leicht gemein und stetig bergauf.
Die letzten Verpflegungsstellen werden heiß ersehnt und sind heiß begehrt - offensichtlich nicht nur von mir.
Ja, und dann kommt - endlich und schließlich doch noch – Leinfelden in Sicht. Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Dann ging es wirklich richtig bergauf - zumindest fühlte es sich so an - hoch zum Stadion, seitlich am Stadionzaun bis ans hintere Ende der ganzen Anlage (gemein so was!) und dann unter den Augen derer die es schon geschafft hatten, die für uns geschafft hatten und derer, die noch nichts geschafft hatten heute: ein Dreiviertelrund auf der Tartanbahn bis ins Ziel. Jetzt den Nachbrenner einschalten! - viel brennt aber nicht mehr.
Doch so viel Spauz habe ich noch, dass ich 200 m vor dem Zielbanner einen ebenfalls geschlauchten Läufer überholen kann, dann Zieleinlauf, 3:22:07h! – Für ein zunächst geplantes „lockeres Läufchen“ wahrhaftig schnell genug. (Der arme Tropf, den ich überholt habe, ist ebenfalls ein M55er. Ich habe ihn auf den 3. Platz in unserer Altersklasse verwiesen. Das wusste ich beim überholen nicht. Von hinten konnte ich ihm das auch nicht ansehen. Aber auch wenn ich’s gewusst hätte, ich hätte ihn – muss ich gestehen - wahrscheinlich trotzdem überholt. Merke: Die Abgründe der menschlichen Seele mit ihren niederen Trieben können sich überall, zu jeder Zeit und an jedem Ort auftun, selbst nach 42 Laufkilometern noch.)
Margita hat einige Bilder von unterwegs und aus dem Zielbereich geschossen: Schön! Und dann sagt sie auch noch was ich besonders gern höre: „Ich bin stolz auf Dich!“ Dafür hat sich das Ganze doch wieder mal gelohnt, oder?

Laufbericht: Weinstraßen-Marathon in Bockenheim am 02.04.2006

Am Sonntag nach kurzer Nacht stehe ich um 6.00 Uhr auf, weil ich noch Werner informieren muss, dass wir uns erst um 8.30 Uhr am Rastplatz in Landstuhl treffen. Also alles klar. Noch ein bisschen Dösen bei Formel 1 im Hintergrund. Dann beginne ich mich fertig zu machen, damit ich rechtzeitig um 8.00 Uhr bei Ernie bin.

Mit 5 Minuten Verspätung erreiche ich Ernie, mit 5 Minuten Verspätung erreichen wir auch Werner. Doch dessen Vater, August (91-jährig), muß noch einmal die Toilette aufsuchen. Also mit nun 20 minütiger Verspätung starten wir nach Bockenheim. Natürlich kommt es wie´s kommen muß. Wir fahren dreimal durch den Kreisverkehr an der Autobahn, bis wir uns entscheiden die richtige Richtung zu nehmen. An der nächsten Abfahrt ist der Weinstraßen-Marathon ausgeschildert, an der darauffolgenden nicht mehr. Also wieder drehen und die durchgestrichenen Straße fahren. Ah, wir sind richtig, die Straße kenne ich. Okay, in Bockenheim angekommen, suchen wir einen Parkplatz und werden ganz um den Startpunkt herum geleitet. Aber wir finden dann recht schnell einen geeigneten Platz. Leider schon 9:40 Uhr mittlerweile und noch keine Startnummer, viel schlimmer, Werner muß noch nachmelden. Also fertigmachen und zur Startnummernübergabe. Werner ist schon vorgegangen. Leider verliere ich ihn nun aus den Augen bis nach dem Lauf. Das Treffen mit meinen Streak-Kameraden Fritz-Norbert und Stephen kann ich leider vergessen. Die Startnummernabnahme klappt reibungslos geht sehr schnell. Also mit der netten Tasche und der Flasche Wein wieder zum Auto. Schnell zurück. Es ist 9:57 als ich mich unter dem Weintor in die Startreihen einsortiere.

Startschuss. Es geht durch Bockenheim durch, ziemliches Gedränge. An der Markierung des ersten km stoppe ich die Zeit: 5:12, also gasgeben, da ich einen 5er Schnitt laufen will. Kurz darauf treffe ich Ingeborg und Franz von unserem Lauftreff LTF Köllertal. Sie erzählen mir, dass ihr Begleiter krankheitsbedingt absagen mußte. Also hätte Werner die Startnummer nur umtragen müssen. Naja Pech gehabt. Es war halt alles ein bißchen kaotisch. Nach kurzer gemeinsamer Strecke ziehe ich die Geschwindigkeit an, um mein Zeitziel nicht zu gefährden. Franz ruft mir noch nach, dass er mich nachher gerne einsammelt. „Soll er doch mal versuchen,“ denke ich und mache mich weiter auf den Weg. Nun geht´s bergab und alles ist wieder im Lot. Ich laufe auf einen weiteren Saarländer auf. Auf seinem Trikot steht Grojo´s Lauftreff. Wir plaudern ein bisschen bis er seine Schuh binden muß. Ich laufe weiter. In Grünstadt laufen wir nun durch die Fußgängerzone. Es ist eine schöne Stimmung. Nun laufe ich mit einem Läufer aus Mörfelden-Walldorf. Wir laufen unter der Autobahnbrücke durch in die Weinberge. Es geht bergauf. Ich fühle mich nach der streßreichen Anreise überraschend gut. Wir durchqueren Kleinkarlbach. Links geht es für die Halbmarathontruppe weiter, die allerdings erst eine halbe Stunde später gestartet ist. Es ist eine gute Stimmung. Jetzt geht es richtig nach oben. Wir erreichen Bobenheim am Berg. Ich befinde mich in einer Gruppe von 6 Läufern mit gleicher Geschwindigkeit. Im Ort auch hier: tolles Publikum. Weisenheim am Berg: tolle Stimmung. Ich kann überraschender Weise die Geschwindigkeit halten, auch bergauf. Wir kommen durch Leistadt, nach einem Bergabstück. Das letzte Bergaufstück vor der langen „Abfahrt“ nach Bad Dürkheim. Wir erreichen Bad Dürkheim, sehen das weltberühmte Fass. Es geht am Stadtrand vorbei unter einer Unterführung durch zur Fußgängerzone. Super Stimmung. Ein Sprecher gib die Namen der Läufer durch, leider ein kurzes Gastspiel. Wir durchqueren eine kleine Baustelle mit Schotterbelag und erreichen den Kurpark. An den Salinen vorbei haben wir den Halbmarathon geschafft. Zeit: 1:42:xx. Gut, sehr zufrieden. Ich weiß, dass ich leider mehr Zeit für den Heimweg brauche, aber macht nichts. Wir verlassen Bad Dürkheim laufen eine Schleife bis wir Ungstein erreichen. In allen Ortschaften sind jetzt die Leute auf der Straße und applaudieren. Das Wetter ist toll, es zeigt sich sogar die Sonne. Es geht wieder bergauf. Wir erreichen Kallstadt. Am Verpflegungsstand nehme ich mir die Zeit und gehe ein paar Meter. Überall sehe ich Saumagen im Angebot. Der Anstieg nach Herxheim am Berg ist noch einmal heftig. Wir durchqueren den Ort. Es geht weiter nach Dackenheim. Auch diese Verpflegungsstelle mit den netten Leute lasse ich aus, weil ich jetzt auf meine Cola-Reserven (1 Liter, den ich die ganze Zeit im Camelback mit mir rumgeschleppt habe) zurückgreifen kann. Es geht nach Kirchheim. Nochmal etwas bergauf bis wir etwa gleichmäßig Grünstadt erreichen. Auch hier zweigt sich wieder etwas Publikum, aber nicht mehr so viel wie nach dem Start. Wir verlassen Grünstadt bergab und laufen auf den letzten Anstieg zu. Auch hier gönne ich mir ein paar Gehmeter, damit ich mit Anstand ins Ziel komme. Dies gelingt mir sehr gut. Die zwei km Zielgerade ist gut zu laufen und nach 3:32:19 bin ich sehr zu frieden im Ziel. Ich werde von Ingeborg herzlichst in Empfang genommen. Toller Lauf.

Ich muss gehen, damit mir die Beine nicht zu gehen. Ich pendele vom Ziel zum Getränkestand immer hin und her. Kurze Zeit später ist Ernie auch im Ziel. Wir gehen zum Auto, um unsere Duschsachen zu holen. Nach dem wir wieder am Zelt sind treffen wir Werner. Wir gehen zum Duschen und finden danach auch August, der die ganze Zeit im Start/Zielbereich auf uns gewartet hat. Nach einer Stärkung im Zelt mit Pellkartoffeln, Hering und einem Weizenbier geht´s mir noch besser. Um 17.00 Uhr machen wir uns auf den Heimweg. Es war mal wieder ein sehr gelungener Lauftag. Bockenheim und die Weinstraße werden wir wieder in bester Erinnerung behalten. Vielleicht treffe ich meine Streak-Kameraden Fritz-Norbert und Stephen bei einer nächsten Veranstaltung. Viele Grüße an Euch, noch unbekannter Weise.



16.10.2005 Bericht von Daniel zum Löwenmarathon 2005 von der HP des Lauftreffs Hemsbach:

Indian-Summer im Westerwald (Daniel)

Traumhaftes Herbstwetter mit Sonne pur und lauffreundlichen Temperaturen, sowie eine Strecke durch einer wunderschöne Landschaft um die Westerwälder Seenplatte ließen den 19. Hachenburger Löwenlauf für sechs Aktive des LT Hemsbach wieder einmal zu einem sportlichen Erlebnis erster Güte werden. Vor dem Start traf und begrüßte man viele Lauffreunde und Bekannte, darunter Sabine Schneider, Bernhard Sesterheim, Dietrich Rüger und Günter Meinhold, die wir alle spätestens beim Geburtstags-Marathon von Bernhard wieder begegnen werden.

Helge hatte sich für den Halbmarathon angemeldet und zeigte sich auf der recht profilierten Strecke, die überwiegend über Naturwege führte, gegenüber den letzten Wettkämpfen stark verbessert. In 2:06 Stunden schaffte Sie, unter immerhin sieben Konkurrentinnen, in der AK W 55 den zweiten Platz. Ihre 5 männlichen Kameraden hatten sich für die doppelte Streckenlänge eingetragen. Selbst ein lockerer Trainingslauf bewahrte Christoph nicht vor dem erneuten Sieg in der M 50 und einem ausgezeichneten 12. Platz im Gesamtklassement. Fritz-Norbert gelang es seine starke Leistung vom Halbmarathon in Maximiliansau beim Löwenmarathon über die 42,195 km-Distanz, in 3:26 Stunden, umzusetzen und er wurde mit diesem Zeitergebnis mit dem 2. Altersklassenrang belohnt. In der Bestenliste 2005 positionierte sich unser schneller Pfarrer nach der tollen Vorstellung im Westerwald auf den vorderen 5. Platz.

Karl und Michael stecken derzeit mitten in den Vorbereitungen auf den Dublin- bzw. Frankfurt-Marathon. Hachenburg sollte beiden als lange Einheit dienen und dabei sollte in erster Linie der Fettstoffwechsel trainiert werden. Während Michael konstant bis zum Ende den 6 Minuten-Schnitt pro Kilometer einhielt und sich im Ziel seines 50. Jubiläums-Marathons erfreuen durfte, hatte Karl nach der ersten Streckenhälfte, die er noch gemeinsam mit mir zurückgelegt hatte, genug vom Fettstoffwechseltraining. Er gab noch einmal richtig „Gas“ und knackte schließlich sogar noch die Vier-Stunden-Grenze. Selbst genoss ich noch etwas länger die wunderbare Natur, ehe ich in der vorher angepeilten Zeit von 4:20 Stunden von einigen Kameraden im Ziel empfangen wurde.

Dieser Ausflug in den Westerwald hatte sich wieder einmal für alle gelohnt und nach einer gemeinsamen Marathonnachlese in der großen Veranstaltungshalle begab sich das Hemsbacher Team, zufrieden mit den erzielten Leistungen und um ein schönes Erlebnis reicher wieder Richtung Heimat.


08.05.2005 Von Lenggi in der Zeitung entdeckt und bei Streakrunner.de eingestellt:


Lauf, Streaker, lauf!
Joggen tun viele. Aber nur Streak-Runner 365 Tage im Jahr, darunter auch vier Schweizer
VON CHRISTIAN BRÜNGGER

ZÜRICH «Lauf, Forrest, lauf», pflegte seine Mama zu sagen, wenn sich Forrest Gump in Gefahr befand. Als Erwachsener dann versuchte sich Forrest Gump in Robert Zemeckis gleichnamigem Film gar aus einer Lebenskrise zu joggen. Jeden Tag, mehrere Wochen, viele Monate. Gump war damit der erste öffentliche Streak-Runner, wie sie auf Englisch heissen.

Doch Streak-Runner sind keine fiktiven Figuren, sie gibt es wirklich. 113 Mitglieder haben sich in Amerika in einer Vereinigung zusammengeschlossen, um ihrem ermüdenden Hobby zu frönen. Mit klaren Regeln: Täglich hast du mindestens 1 Meile, also 1,6 km, zu joggen. Technische Hilfsmittel sind nicht erlaubt, dafür müssen die Läufe dokumentiert werden. Diese Vorgaben werden nicht kontrolliert, darum unterstellt sich jeder Streaker einem Ehrenkodex, diese Regeln auch einzuhalten.

Der echte US-Streaker wird erst nach 365 Tagen aufgenommen

Doch wer nun denkt, täglich mal eben 1,6 km zurückzulegen, sei kein Problem, dem sei gesagt: Der echte US-Streaker wird erst nach 365 Tagen aufgenommen. Damit aber würde er nicht einmal unter ferner liefen figurieren: An 113. und letzter Stelle rangiert Cindy Lefferts. Sie läuft seit dem 5. März 2003. Amerikanischer Spitzenläufer ist Robert Ray - und mit 67 längst Pensionär. Er bearbeitet den Asphalt seit dem 4. April 1967 ohne Unterbruch. Sie alle an stupender Beständigkeit aber überragt Ron Hill. Der Engländer schnürt bereits seit dem 21. Dezember 1964 täglich die Turnschuhe. (s. Artikel «Ich laufe, also bin ich».

Die Botschaft hat auch den alten Kontinent erreicht, vor allem Deutsche, Österreicher und Schweizer sind ihr verfallen, vereint in der gemeinsamen Leidenschaft - und dem Internetforum (www.streakrunner.de). In dieses geben sie die neusten gelaufenen Kilometer ein, sprechen einander Mut zu oder stimmen ab, ob einer seinen Streak auch noch durchziehen darf, wenn er wegen einem Zeitzonenwechsel nicht innerhalb von 24 Stunden laufen konnte (durfte er nicht). 29 Unermüdliche bilden den Stamm, darunter drei Frauen. Die (Deutsch-)Schweizer sind dank vier Aktiven eine «Grossmacht».

Erster offiziell registrierter Helvetier war der St. Galler Markus Odermatt. Zufällig stiess er 2003 während einer Internetsuche auf das Forum, fand Gefallen an der Idee und setzte sie um. 191 Tage dauerte sein erster Streak, während dem WK im Februar 2005 aber hatte er den Verleider, mochte nicht nur der Form halber mal 1,6 km absolvieren. «Ich laufe aus Leidenschaft. Wenn die Freude fehlt, lass ich es lieber.»

Seit dem 10. März nun hat der 31-Jährige neuen Schwung gefunden, seinen Rekord zu verbessern. Odermatt, ein Laufverrückter? So sieht er eigentlich gar nicht aus. Schmale Brille, kurzes schwarzes Haar, sportliche, aber normale Figur. Doch warum muss es gleich Streaken sein, Markus Odermatt? «Ich will meine Basis verbessern und in Rennen meine Grenzen erfahren.» Der Kommentar seiner Eltern aber fiel zuerst ernüchternd aus: «Du spinnst», sagten sie, waren gleichzeitig aber auch stolz.

Dass allerdings jeder Läufer auch ein Streaker sein kann, verneint Odermatt. «Antrieb muss die Freude am Laufen sein, sonst hältst du das tägliche Training über diese lange Zeit nicht durch. Nur zu laufen, um den Streak nicht abbrechen zu müssen, halte ich für unsinnig.» Behutsam sollte man die Distanzen steigern, rät er zudem. Denn ein richtiger Streaker läuft mehr als nur 1,6 km pro Tag. Einen Schnitt von 11 km weist Odermatt auf. Auch Biss ist gefragt: «Zu Beginn meines ersten Streaks hatte ich eine Weile lang immer schwere Beine, Schmerzen in den Gelenken. Mit diesen Schmerzen aber muss du umzugehen lernen.»

Anderer Meinung ist Andreas Gösele, Arzt an der Crossklinik in Basel. «Die Minimaldistanz pro Tag zu absolvieren, halte ich für problemlos. Diese Umfänge legen wir in unserem Alltag täglich zurück.» Von längeren Läufen ohne Pause aber rät Gösele ab: «Knochen, Gelenke und Muskeln werden zu einseitig belastet.»

«Gerade weil ich täglich laufe, bin ich sensibilisierter geworden»

Dennoch wagte sich auch Thomas Leuenberger ans Abenteuer. Nach einer Laufpause von zwei Jahren begann er im September wieder zu joggen - und am 1. Januar 2005 mit seiner Serie. Als Lebensaufgabe aber will der 38-jährige Bankangestellte sein tägliches Training nicht verstanden haben: «Andere schauen TV, ich gehe joggen. Sollte ich aber verletzt oder krank werden, lass ich es bleiben. Die Lebensqualität soll nicht leiden.» Überrascht ist der Aargauer hingegen, wie sich sein Laufgefühl verändert hat. «Gerade weil ich täglich laufe, bin ich sensibilisierter geworden, teile meine Kräfte besser ein und laufe auch deutlich langsamer als früher.» Als Belastung nimmt er das tägliche Training nicht wahr. «Ich empfinde es gar als einfacher.» Und Markus Odermatt sagt, als hätte er Mühe, die Frage überhaupt zu verstehen: «Motivationskrise? Nein, kenne ich nicht.»
© SonntagsZeitung; 08.05.2005; Seite 41



20.04.2005
an Streakrunner.de

Am 01.11.1995, damals mit 85 kg Lebendgewicht und 44-jährig, fing alles an. Es gab schon zuvor einige gescheiterte Versuche, den Lebensstil und vor allem die Essgewohnheiten zu ändern, abzunehmen, nicht mehr zu rauchen, sich mehr zu bewegen. Doch diesmal sollte es klappen.

Zuerst klammheimlich, dann - als ich mich eine Stunde lang ununterbrochen auf eigenen Beinen fortbewegen konnte - im Lauftreff des ETSV Lauda im Taubertal, lief ich regelmäßig, nahm bald auch an kleinen Wettkämpfen teil und konnte an mir selbst erleben, was sich in mir und an mir veränderte. (z. Bsp. halte ich mein Gewicht seit langem problemlos bei 68 kg.)

Meinen ersten Marathon lief ich 1996 in 3:56 h (Frankfurt), weitere folgten, der schnellste war in 3:19 h (Hamburg) - wobei ich inzwischen Landschaftsläufe wie Arolsen, Hachenburg, Endingen, Schönbuch, Weinstraße. den großen Stadtläufen vorziehe. Da war der Mannheim-Marathon vergangenes Jahr eine Ausnahme (3:24h), aber der fand ja auch "vor der Haustür" und an einem Samstag statt - ein weiteres Kriterium: als evangelischer Gemeindepfarrer habe ich nur wenig freie Sonntage zur freien Verfügung.

Verletzungsbedingt und durch den Umzug vom Taubertal an die Bergstraße lief es zwar nicht immer ganz rund, aber meine 1400 bis 4080 km pro Jahr ergeben seit jenem 01.11.1995 bis heute (20.04.2005) insgesamt knappe 26.000 Laufkilometer.

Seit dem 21.12. 2003 laufe ich täglich. In einem Artikel auf der Homepage von R. Bock erfuhr ich, dass es solche "Täglich-Läufer" überall auf der Erde gibt. Mir kommt das sehr entgegen, da ich als entscheidungsfauler Mensch nun eine Entscheidung nicht mehr treffen muss: Laufe ich heute oder laufe ich nicht?

Gern bin ich mit anderen laufenderweise unterwegs, vornehmlich mit meinen Lauffreunden aus dem LT Hemsbach, gern aber auch allein, vor allem jetzt im Frühling. Die Natur und die Jahreszeiten hautnah zu erleben, bringt Lebensqualität. Morgen (21.04.2005) müsste es eigentlich mit dem 6.000sten "Täglich-Läufer"-Kilometer klappen. Dann ist eine Flasche Sekt fällig - oder?

fnw




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